
MODUL 07 – DIE ZÜGEL SELBST IN DER HAND HALTEN
Dieser Artikel gehört zu Modul 7 von 18 im Geerdet-Programm (Säule II – Selbstwirksamkeit & Selbstvertrauen). Es geht darum, aufzuhören, anderen oder den Umständen die Schuld zu geben – und die Führung deines Lebens wieder selbst zu übernehmen. Ohne lauter oder härter zu werden.
Du bist unzufrieden. Mit deinem Job, deiner Chefin, deinen Kollegen. Vielleicht mit deiner Beziehung oder deiner ganzen Lebenssituation.
Und irgendwo in deinem Kopf läuft ein Satz: Wenn die anderen sich endlich ändern würden, dann ginge es mir besser.
Ich kenne diesen Satz gut. Ich habe ihn jahrelang gedacht.
Schuld an meinem Unglück waren der Job. Der Kapitalismus. Die Gesellschaft. Nur ich selbst war es nie. Ich habe mir eine bessere Welt ausgemalt und mich darin verkrochen – in der Hoffnung, nie wieder rausgehen zu müssen.
Du ahnst es: Das hat nicht funktioniert. Selbst wenn ich mit meiner Vorstellung von einer gerechteren Welt recht gehabt hätte – mein Leben hat sie kein bisschen verändert.
Warum wir Ausreden suchen
Ausreden sind keine Charakterschwäche. Sie sind ein Schutz. Wer den anderen die Verantwortung gibt, muss nichts riskieren. Keine Entscheidung, die schiefgehen kann. Kein Nein, das Ärger bringt.
Das fühlt sich sicher an. Aber der Preis ist hoch: Mit der Schuld gibst du auch deinen Einfluss ab. Und wer keinen Einfluss hat, wird herumgeschubst – von Menschen und von Umständen.
Möchtest du recht haben und die Verantwortung bei anderen lassen? Oder möchtest du handlungsfähig sein und selbst über dein Leben entscheiden, statt herumgeschubst zu werden?
Ich weiß, das ist keine bequeme Frage. Ich musste sie mir auch erst ehrlich beantworten.
Am Anfang war es anstrengend. Mein altes Muster – der Finger, der wie von selbst auf andere zeigt – war tief eingeübt. Ich musste es in jeder Situation neu bemerken. Und ich habe Entscheidungen getroffen, die sich als falsch herausgestellt haben.
Das gehört dazu. Fehler sind kein Beweis, dass du es nicht kannst. Sie sind das Training. Mit jeder Entscheidung, die du selbst triffst, wird die nächste ein bisschen klarer.
Hier hilft mir eine einfache Formel: H = O. Handeln bestimmt Ergebnis. Die Frage lautet dann nicht mehr: Wer ist schuld? Sondern: Was habe ich getan oder nicht getan, dass genau dieses Ergebnis herauskam? Und: Was tue ich beim nächsten Mal von mir aus anders?
Das ist keine Selbstanklage. Es ist das Gegenteil: Es gibt dir den Schlüssel zurück. Denn wenn du dich selbst da reinmanövriert hast, kannst du dich auch selbst wieder rausholen.
Vier Fragen für diese Woche
Was kann ich von mir aus tun, um diese Situation zu verändern – auch wenn es nur ein kleiner Schritt ist?
Wo habe ich darauf gewartet, dass jemand anderes den ersten Schritt macht?
In welchem Moment kommt der Impuls, eine Ausrede zu suchen? Und was spüre ich dabei im Körper?
Wovor drücke ich mich gerade, obwohl ich weiß, dass es mir guttun würde?
Und noch ein kleiner Trick: Ersetze „Ich kann nicht“ probeweise durch „Ich will nicht“. „Ich kann nicht“ lässt dich machtlos zurück. „Ich will nicht“ gibt dir die Entscheidung zurück – und manchmal merkst du dabei, dass du eigentlich doch willst.
Du musst nicht gegen den Sturm anbrüllen
Verantwortung übernehmen heißt nicht, hart zu werden oder dich durchzubeißen. Stell dir ein Schiff vor: Den Wind kannst du nicht bestimmen. Aber das Steuer kannst du selbst in die Hand nehmen – ruhig, Stück für Stück.
Und genau da beginnt es: im Körper. Wenn du merkst, dass du wieder nach einer Ausrede greifst, atme einmal lang aus. Spür deine Füße auf dem Boden. Und dann frag dich: Was ist jetzt mein nächster kleiner Schritt?
Nicht lauter. Nicht härter. Sondern klarer. Das ist Selbstführung.
Viel Erfolg!
Eine Frage zum Weiterdenken: Was würde dir jemand, der dich seit Jahren kennt, sagen, wenn er wüsste, wovor du dich gerade drückst?
Mehr zum Thema „Die Zügel selbst in der Hand halten“ findest du in Modul 7 unseres Coaching-Programms.
Im Geerdet-Programm ist das Modul 7 von 18 – und im 14-Wochen-Programm Woche 6: „Nicht mehr herumgeschubst werden“. Wenn du nicht nur darüber lesen, sondern es im entscheidenden Moment anders machen willst: Hier findest du Programm, Ablauf und Preis.
Hier schreibe ich für alle, die längst wissen, was sie wollen – und trotzdem immer wieder nachgeben.
Über Nein sagen ohne schlechtes Gewissen, Ruhe im Kopf und den Mut, im entscheidenden Moment zu sagen, was du denkst. Nicht lauter. Sondern klarer.
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