
Und wie sprichst du mit dir selbst?
Sprichst du eher positiv mit dir, oder bist du eher negativ und hart mit dir selbst?
Zum Beispiel wenn dir ein Missgeschick passiert, und du ein Glas umschüttest.
Ärgerst du dich über dich selbst?
Fragst du dich, warum sowas “immer nur mir” passiert? Und “kannst du nicht aufpassen?!”
Oder machst Sport oder backst etwas und es klappt nicht so wie du es dir vorstellst.
Wie redest du mit dir selbst?
“War doch klar, dass du das nicht kannst, und dass du scheitern wirst!”
“Du bist so ein …”
“Wäre besser gewesen, du hättest es gar nicht erst versucht”
Viele von unseren Selbstgesprächen sind uns nicht bewusst.
Wir merken gar nicht, wie wir mit uns selbst sprechen.
Und das kann ein großes Problem sein, wenn du sehr negativ mit dir selbst sprichst.
Stell dir vor, deine Eltern oder Partner reden die ganze Zeit negativ auf dich ein. Sie beschimpfen dich, sie erniedrigen dich. Ständig.
Wie fühlt sich das an?
Würdest du immer wieder zuhören?
Sicherlich nicht.
Deine Selbstgespräche kannst du so einfach nicht abstellen.
Aber du kannst sie ändern.
werde dir bewusst über deine Selbstgespräche.
beobachte sie regelmäßig häufig. setze dir bspw. ein Timer, der dich immer wieder daran erinnert, dass du deine Selbstgespräche beobachten möchtest.
schreib sie dir auch auf. Wenn du nicht genau weißt, was der Inhalt des letzten bzw. aktuellen Selbstgesprächs war, dann schreib dir einfach auf, ob es tendenziell positiv oder negativ war
kämpfe auch nicht gegen deine Selbstgespräche an. Auch nicht gegen die neg Gedanken. Du kannst sie nicht verhindern oder gänzlich eliminieren. Wenn du es versuchst, wirst du verlieren. Deshalb versuche es gar nicht. Es ist auch nicht das Ziel. Wenn man von einem Ziel sprechen möchte, dann ist es das Ziel, dir deiner Gedanken bewusst zu werden und zu sehen, welche Gedanken du hast, damit du bewusst und gezielt agieren und falls notwendig Gedanken verändern kannst anstatt ihnen zu glauben und ihnen blind zu folgen. (positive Gedanken sind nicht schlimm, weshalb ich mich hier auf die negativen fokussiere)
sei nachsichtig mit dir und mit deinen (negativen) Gedanken. Denn dein Kopf redet bereits negativ auf dich ein. Wenn du nun auch noch negativ auf deinen Kopf einredest, dann bist du mitten in einer großen Auseinandersetzung. Sprich daher nachsichtig mit dir selbst, sodass du dich und Dein Gehirn darin übst, mitfühlend mit dir selbst umzugehen.
nimm deine Gedanken in diesem Sinne auch an, als ein Teil von dir. Erlaube sie. Lasse sie zu. Lade sie ein, so als ob du einen Freund zum Tee einlädst. Auch und gerade dann, wenn sie negativ sind. Auch wenn es schwer ist. Wegstoßen und verändern wollen, wird sie weder eliminieren, noch verhindern. Sie werden stärker zurükkommen. Sie können nur schwächer werden, wenn du sie wahrhaftig zulässt und deinen Frieden mit ihnen schließt. Es ist nicht leicht, aber es ist machbar.
Entscheide dich bewusst zukünftig wohlwollend mit dir zu sprechen. Das wird nicht auf Anhieb und immer klappen. Die Intention ist aber entscheidend, um eine Verbesserung zu bewirken. Und mit der Zeit wirst du immer besser. Lasse dich einfach nicht entmutigen, wenn es mal wieder nicht klappt. Das ist ganz normal und dieser Prozess gehört dazu. Siehe deshalb vor allem die positiven Situation, in denen du es doch schaffst wohlwollend mit dir selbst zu sprechen und nimm sie als gutes Beispiel, dass du es kannst und auch als Motivation für jede weitere Situation.
Für den Anfang ist es deshalb auch hilfreich Positivbeispiele in deinem Leben zu finden, in denen du bereits wohlwollend und liebevoll mit dir selbst sprichst. Auch diese dienen dir als Beispiel, dass du es bereits kannst und sie werden dich motivieren, diese positive Art der Selbstgespräche auf jede Situation auszuweiten. Und falls du glaubst, dass du so wirklich gar keine Situation hast, in der du positiv mit dir selbst sprichst, dann schau nochmal ganz genau hin. Gibt es vielleicht doch eine ganz unscheinbare und unbedeutende Situation irgendwo in deinem Leben, in der du positiv mit dir sprichst und gesprochen hast? Zum Beispiel bei der guten Auswahl deiner Eiskugel? Oder dass du ordentliche Arbeit beim Duschen geleistet hast und wieder frisch aussiehst? Schieb solche Ereignisse nicht gedankenlos weg, als ob sie nicht zählen. Sie zählen! Mach Dir das wirklich bewusst und nimm dir solche Situationen zu Herzen. Sie werden den Unterschied machen, weil du damit deinen Geist auf das Positive richtest und achtsam auch für scheinbar belanglose Situationen wirst, die aber entscheidend sind, dafür, wie du dich selbst wahrnimmst.
Das Vorgehen selbst ist nicht kompliziert, wie du sicherlich merkst. Es ist aber schwierig eingeschliffene Gedankenmuster immer wieder bewusst zu machen und sie danach willentlich zu verändern.
Aber mit Einsatz und Durchhaltevermögen wirst du das schaffen.
Ich weiß das, weil ich selbst da war.
Ich habe nicht nur harsch, sondern schon gewalttätig auf mich eingeredet. Mich als Versager beschimpft. Als Verlierer, Weichei und Taugenichts. Immer wieder, in Dauerschleife. Ich glaubte, was ich mir selbst erzählte.
Ich bin da heraus gekommen, als mir das alles bewusst wurde und ich aktiv etwas verändert habe. Mittlerweile rede ich wohlwollend mit mir selbst.
Und es ist auch weiterhin ein Lernprozess für mich. Und mit jedem Mal wird es etwas leichter.
Freue dich, dass du dich auf dem Weg befindest und Bleib dran!
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