Warum mehr nicht gleich mehr ist

Ziel der Persönlichkeitsentwicklung ist dich selbst voranzubringen. Doch wieviel muss es sein?

Und wie gehst du an die Sache ran, ohne daran zu verzweifeln?

Wenn du dich auf deiner Persönlichkeitsentwicklungsreise befindest, dann kennst du sicherlich die Gefahr, immer mehr machen zu wollen.

Überall warten noch mehr (Online) Kurse, Videos, Retreats, Bücher, Podcasts, … auf dich, die dich umgarnen und von dir gelesen, gehört, gesehen und gemacht werden wollen.

Und du - angezogen von dem guten Marketing - fragst dich, was du alles tun und machen sollst, um möglichst effizient voran zu kommen.

Und gleichzeitig entsteht Stress, weil es so viel gibt und du dich entscheiden musst.

Dafür gibt es einen feststehenden Begriff: FOMO. Fear Of Missing Out.

Und der erzeugt Stress, weil wir das Gefühl haben, etwas zu verpassen. Aber wenn wir allem nachgehen, was interessant klingt und “glänzt”, dann besteht die Gefahr zu viel zu machen.

Zu viel auf deinem Teller haben

Ich jedenfalls neige dazu, zu vieles gleichzeitig zu machen.

Ich spreche nicht über Multitasking. Das ist - denke ich - bereits bekannt, dass das mehr stresst als das es nützt. Das Gehirn kann nämlich nur eine Sache gleichzeitig machen. Es springt von Moment zu Moment von einer Sache zur nächsten und wieder zurück. Das erzeugt den Stress, kostet Energie und du kommst weniger schnell voran, als wenn du dich ausschließlich auf eine Sache fokussierst. Ich vergleiche das immer mit dem Autofahren. Einmal auf Geschwindigkeit, verbrauchst du weniger Energie. Beschleunigen kostet am meisten Energie, sowie das Abbremsen. Unserem Gehirn geht es ebenso.

Ich meine, wenn du zu viel auf deinem Teller hast. Wenn du zu viele Dinge in deinem Leben jonglierst und versuchst unter einen Hut zu kriegen.

Partner, Kind, Beruf, Sport, Freunde, Hobbies, Onlinekurse, Bücher lesen, und und und.

Das laugt dich aus. Du verlierst Energie, weil du in jede Richtung gezogen wirst und immer wieder "beschleunigen" musst, ähnlich zum Multitasking.

Du hast für die einzelnen Dinge im Leben nicht so viel Zeit, weil du zu viele Dinge machen musst.

Entscheide dich lieber für weniger. Dafür kannst du dich auf diese wenigen Dinge besser konzentrieren und mehr Fortschritte in kürzerer Zeit erreichen. Wenn du diese dann abgeschlossen hast, bzw. zu einem substanziellen Fortschritt gekommen bist, kannst du dich deinem nächsten Projekt widmen.

Letztens habe ich von JOMO gehört: Joy Of Missing Out.

Finde ich gut. Freue dich, Dinge zu verpassen, damit du wirklich Zeit und Energie für die anderen Dinge hast, die dich erfreuen.

Wir gehen nämlich davon aus, dass du vor allem die Dinge in dein Leben einlädst, die du gerne machst.

Das ist das Thema der Integrität.

Integrität

Integrität heißt, vor allem die Dinge zu tun, die du gerne tust, und die mit deinen Werten übereinstimmen.

Ich schreibe vor allem, weil wir manchmal in erster Instanz nicht die Wahl haben. Wenn du manchen Coaches zuhörst, werde sie dir sagen, dass du IMMER die Wahl hast. Grundsätzlich gehe ich da mit.

Hast du “toxische” Familienmitglieder oder Freunde? Dann kannst du den Kontakt abbrechen.

Hast du einen Job der nicht mit deinen Werten übereinstimmt? Dann kannst du natürlich sofort kündigen.

Du kannst natürlich Partner, Kinder, Eltern, Geschwister, Job und alles hinter dir lassen und nur das tun, was direkt mit dir resoniert (resonieren = mit dir im Einklang ist; mitschwingen).

In erster Instanz halte ich das für fragwürdig, weil wir uns dadurch vom Unbequemen oder Unliebsamen abschotten. Und das Leben funktioniert so nicht. Zum Leben gehört nunmal das Schwierige ebenso dazu, wie das Leichte und Schöne.

Und wir lernen nur mit dem Schwierigen umzugehen, wenn wir uns dem Schwierigen stellen. Dabei können wir neue Perspektiven entwickeln, Verständnis für andere, Dankbarkeit, Gelassenheit, Akzeptanz, Durchhaltevermögen & Resilienz entwickeln und lernen loszulassen (bspw. von unseren eigenen Erwartungen).

Ich sage aber auch nicht, dass man auf Gedeih und Verderb für immer das Schwierige annehmen und aushalten muss.

Wie bei allem im Leben, halte ich eine Balance zwischen den Extremen für sinnvoll.

Und jeder Mensch muss in jeder Situation selbst und individuell entscheiden, wann und wie lange er sich dem Schwierigen stellt und wann er “geht”.

Integrität bedeutet für mich, dass du nach deinen Werten handelst, auch in schwierigen Situationen. Du kannst trotz des Jobs, den du nicht magst, deine Wahrheit aussprechen und für deine Werte einstehen und keine Angst vor den Konsequenzen haben. Das fühlt sich besser an, als zurückzustecken und das Gefühl zu haben im Leben herumgeschubst zu werden.

Gleichzeitig kannst du dir die Frage stellen, ob du Dinge machen musst, die du nicht magst, nur weil dir jemand gesagt hat, dass du das machen sollst, oder weil du glaubst, dass du das machen musst.

So könntest du während du in einem Job feststeckst, den du nicht magst, dich neu orientieren und nach einem neuen Job suchen. Oder aber du bildest dich weiter, damit die Profession/Branche in Gänze wechseln kannst. Und das alles ohne vorschnell und abrupt zu handeln.

Es ist nämlich wichtig, dass du Freude an den Dingen hast, die du in deinem Leben hast und machst, damit du nicht tagein und tagaus durch deine Verpflichtungen energetisch ausgelaugt wirst.

Das bringt mich zum nächsten Punkt:

Nimm Rücksicht auf deinen Energiehaushalt

Achte auf dich. Erkenne deine Grenzen an. Höre in dich hinein.

Wenn du eine Pause brauchst, dann gönn sie dir.

Es ist niemandem geholfen, wenn du Vollgas gibst, um dein Ziel zu erreichen und dann erschöpft auszubrennen.

Es geht nicht darum in kürzester Zeit Maximales zu erreichen. Es geht darum nachhaltig dein Leben zu verändern. Dauerhaft.

"Leute überschätzen, was sie in einem Jahr erreichen, aber sie unterschätzen was sie in zehn Jahren erreichen können." - Bill Gates

Sei also achtsam für das was du und dein Körper braucht. Spür' in dich hinein und hör' deinem Körper zu. Und wenn es angebracht ist, lehn' dich zurück, um dich zu erholen.

Auch hier ist Balance gefragt, zwischen “faul” und “überehrgeizig” sein. Es gibt kein allgemeingültiges richtig oder falsch.

Kannst du dir mehr zumuten, hast du noch genug Energie? Oder musst du etwas kürzer treten und dir eine Pause gönnen?

Das musst du immer wieder auf’s Neue bewerten, für dich.

Fazit

Wie viel du dir also in deinem Leben zumutest, ist höchst individuell. Es gibt Phasen in deinem Leben, wo du mehr machen kannst und Phasen, in denen du vermutlich weniger machen kannst.

Wenn du voller Integrität lebst, wirst du mehr Energie haben, als wenn du abgekoppelt von deinen Werten und Überzeugungen lebst. Je mehr Energie du hast, umso mehr kannst du natürlich auch machen, weil du dich weniger erschöpft fühlst.

Und wenn du das Bedürfnis hast eine Pause einzulegen und dich einfach mal zurückzulehnen, dann tue das ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

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ÜBER MICH

Ich bin Peter Schultz.

Systemischer Coach in Ausbildung, Meditationslehrer, Yogalehrer und Schüler des Lebens.

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